SG Cordewener W'tal - VfL Velbert 94 3:1

Pokalspiel, 20.05.2019 20:00

Spielbericht

Es blieben gerade mal 72 Stunden Zeit, um sich zwischen Ligaalltag und Pokal zu erholen. Nichts desto trotz reiste der Nevigeser Tross gutgelaunt nach Vohwinkel. Der Achtungserfolg bei Unterbarmen sorgte für die richtige Stimmung. Einziges Manko war an diesem Montagabend die Größe des Kaders. Zwischen 12 und 18 Spieler war alles vertreten. Die Lottozahlen zu erahnen wäre wohl einfacher gewesen, als die exakte Kaderanzahl. Coach Vössing entschied sich nach vielen Postbotschaften für die Papierkugel. Neben Essensbesteck und dem halb verzehrten Mittagsessen landete das zusammengestampfte Knäuel in der Geschirrrückgabe der Kantine. Ein erneuter Taktikzettel wurde erst in der Kabine gesichtet. Letztendlich wählte der VfL-Coach das „Völkel-System“.

Vor Schlussmann Carsten Demmig fand sich die Schlesische Achse in Form von Marius Swieca, Rafael Kubitza und Franz Krassa wieder. Als Unterstützung begannen auf den Außenpositionen die „Metermonster“ Alexander Reuter und Falk Wilton. Auf der Doppelsechs sollten Andreas Schellenberg und Bastian Honnacker für sichere Verhältnisse sorgen, auf der falschen Zehn liefen Tobias Fischer und Benjamin Sailer auf. Carsten Leu stand an vorderster Front. Während der VfL organisatorisch seine üblichen Hausaufgaben gewohnt erledigte, lief der Ablauf beim Stadtligisten alles andere als organisiert ab. Auch ein sichtlich genervter Schiedsrichter nahm das Chaos zur Kenntnis und verkürzte dadurch die Spielzeit auf 70 Minuten. Man konnte überhaupt froh sein spielen zu dürfen, da der Gastgeber es einfach vergaß, die Partie anzumelden. Auch diverse Pässe oder Nachweise waren teilweise nicht vor Ort. Die Gäste ließen sich davon nicht beirren und spulten ihre Warmlaufphase ab.

Der haushohe Favorit aus der Lüntenbeck ließ schon in der Anfangsphase seine Extraklasse aufblitzen und tauchte vermehrt über ihrem magischen Dreieck früh vor der Nevigeser Box auf. Die Gäste konnten die Strohfeuer vernichten, mussten aber nach sechs Minuten den Gegner bis an den Fünfmeterraum gewähren lassen. Ein Monstersave verhinderte nach super Kombination den Einschlag (6.). Die Domstädter rührten nicht nur Beton an, sondern spielten auch erfrischend nach vorne. Nach 10 Minuten setzten die Gäste eine erste Duftmarke und verpassten eine kalte Dusche. Sailer behauptete sich nach einem Einwurf an der Grundlinie und flankte das Leder auf den zweiten Pfosten. Wilton lief Richtung Ball und schoss aus sieben Metern nur den Torwart an. Auch die folgende Ecke hatte es in sich. Fischer schlenzte kurz, Kopfballungeheuer Honnacker verfehlte nur knapp (10.). In Führung ging dann doch der Favorit. Zwei Zeigerumdrehungen später hebelte Cordewener durch gelungenem Kombinationsspiel den kompletten Defensivverbund aus und erzielte aus kurzer Distanz die Führung – 1:0 (12.). In der Folgezeit blieb Cordewener zwar läuferisch sowie spielerisch überlegen, doch der VfL wusste in entscheidenden Situationen besser zu antworten. Während der Stadtligist sehr oft in die schlesische Abseitsfalle lief, spielten die Domstädter ihre Kontermöglichkeiten gut zu Ende. Nach 17 Minuten lag der Torschrei schon auf den Lippen. Sailer hebelte von der Mittellinie die komplette Abwehr aus. Fischer rauschte mit Tempo und Ball am herauseilenden Keeper vorbei, doch ein mitgelaufener Verteidiger grätschte das Leder im Laufduell um den Pfosten (17.). Als Wilton über den rechten Flügel durchbrach und Fischer am Fünfmeterraum fand, hätte es eigentlich 1:1 stehen müssen. Doch auch diesen Hochkaräter brachte die kleine Dribbelmaus nicht über die Linie. Eine starke Reaktion verhinderte den Einschlag (19.). Cordewener haderte mit sich selbst, der VfL versuchte sich zu belohnen. Doch bis zur Pause belohnten sich die Gäste nicht mehr. Zwar brachte Fischer das Leder im ersten Abschnitt noch über die Linie, doch eine berechtigte Abseitsentscheidung ließ den Nevigeser Jubel schnell verstummen.
Auch im zweiten Abschnitt gab sich der VfL nicht auf und blieb lange Zeit im Spiel. Neben Herz und Leidenschaft spulten nahezu alle Domstädter auch ein immenses Lauftempo ab. Cordewener tauchte gerade wegen ihrer immensen Offensivstärke oft in der Nevigeser Hälfte auf, biss sich vermehrt an vielen Abwehrbeinchen und Schlussmann Demmig die Zähne aus. In einem sehr guten und bis dato fairen Pokalspiel hatte der Schiedsrichter gut zu tun gehabt, leitete die Partie nahezu fehlerfrei. Nur in der 47. Minute wurde es hektisch. Im Rücken des Referees wurde ein Gästeakteur per Faustschlag niedergestreckt. Die Gäste mussten wechseln und antworteten sportlich. Ausnahmetalent Sailer ergaunerte sich das Leder, brach bis zum Strafraum durch und nahm Reuter mit. Der Flügelspieler fand den eingewechselten Pascal Karoui, der mehrere Spieler zunächst auf sich zog. Karoui zog überhastet mit der Pike ab und benutzte einen Wuppertaler Akteur als Bande. Reuter war es egal und erzielte den keineswegs unverdienten Ausgleich – 1:1 (55.). Cordewener erhöhte die Schlagzahl und hätte fünf Minuten später antworten können. Als Carsten Demmig auch noch ausgespielt wurde, sah es schon nach dem 2:1 aus. Doch in Lichtgestalt und Zauberring tauchte auf einmal Marius Swieca auf der Linie auf und verhinderte den erneuten Rückstand (60.). Der VfL kam zwar nach schnellem Umschaltspiel das eine oder andere Male gefährlich vor dem Strafraum, feuerte aber nicht entscheidend ab. Die Meter zurück waren dann ein großes Problem. Statt vielleicht das Spiel zu kippen, musste der VfL dem hohen Tempo Tribut zollen und fing sich vier Minuten vor Schluss aus spitzem Winkel das tödliche 2:1 (66.) ein. Aufgelöste und müde Nevigeser Krieger setzten alles auf einer Karte. Nach einem Konter entschied der Favorit die Partie – 3:1 (70.)

Fazit: Cordewener war brutal stark, technisch und läuferisch eklig. Besonders in der Offensive und im Tor eine Augenweide. Nichts desto trotz hat man sich gut verkauft. Mit ein bissen mehr Kaltschnäuzigkeit wäre vielleicht eine erneute Überraschung möglich gewesen. Eine grandiose Leistung. Hut ab!

Besondere Vorkommnisse:
Die Spiel musste aufgrund Fehlorganisation und Zeitmangel seitens des Gastgeber auf 2x35 Minuten verkürzt werden.

Startaufstellung

Carsten Demmig, Marius Swieca, Alexander Reuter, Franz Krassa, Rafael Kubitza, Falk Wilton, Andreas Schellenberg, Bastian Honnacker, Tobias Fischer, Benjamin Sailer, Carsten Leu

Auswechselungen

MinuteAusgewechseltEingewechselt
50'Carsten LeuPascal Karoui

Torschützen

MinuteSpielstandTorschütze
12'1:0SG Cordewener W'tal
55'1:1Alexander Reuter
66'2:1SG Cordewener W'tal
70'3:1SG Cordewener W'tal

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