VfL Velbert 94 - FC Golinar W'tal 1:3

Ligaspiel, 06.09.2019 20:00

Spielbericht

Nach dem kampflosen Sieg (zweite Spielwertung gegen Klinikum Wuppertal, der Redaktion) empfingen die Mariendomstädter zum ersten richtigen Rückrundenkick den Tabellensechsten FC Golinar. Während die Gäste dringend Punkte für den Klassenerhalt benötigten, konnte der Tabellendritte mit einem Sieg einen großen Schritt in Richtung Aufstieg machen. Obwohl die Herren Strunz, Corsten, Polit Karoui, Honnacker (alle verhindert) organisatorisch fehlten, konnte der VfL auf ganze 14 einsatzfähige Spieler zurückgreifen. Neben den Langzeitverletzten Brebeck, Fischer, Swieca und Leu reihte sich kurzfristig Sebastian Hahn in die Verletztenliste ein. Eine hartnäckige Rippenverletzung ließ kein Einsatz oder sonstiges zu. Falk Wilton und Capitano Serkan Karademir konnten trotz ihrer Blessuren auflaufen. Der VfL stellte sich taktisch runderneuert auf. Nachdem der Zuruf einer Viererkette bzw Kettensystem von vielen Spielern immer lauter wurde, stellten sich die Nevigeser im neuen System auf. Vor Carsten Demmig fanden sich von links nach rechts gar zwei Ketten wieder. In der Verteidigung begannen Daniel Gladbach, Serkan Karademir, Franz Krassa und Alexander Reuter, im Mittelfeld tauchten die Namen Benjamin Sailer, Rafael Kubitza, Andreas Schellenberg und Falk Wilton auf. Das offensive Duo bildeten David Meister als falscher Neuner sowie Pascal Geiermann als echter Stoßstürmer.

Beide Kontrahenten tasteten sich in der Anfangsphase unter großer Beobachtung lange ab. Erst nach 15 Minuten konnte man die ersten nennenswerten Strafraumszenen bestaunen, die sich im zweiminütigem Schlagabtausch die Klinge boten. Erst prüfte Sailer den gegnerischen Torwart ernsthaft (15.), dann scheiterte Meister völlig freistehend aus acht Metern (17.). Zwischen diesem Nevigeser Spektakel hätten die Gäste auch in Führung gehen können, scheiterten aber nach einer Doppelchance erst an Carsten Demmig aus kurzer Distanz, im zweiten Anlauf aus zwölf Metern an den eigenen Nerven (16.). Auch in der Folgezeit geizten beide Parteien nicht mit Torchancen. Die Gäste präsentierten sich weiterhin angriffslustig und stellten den Nevigeser Defensivverbund weiterhin stets auf die Probe. In der 22. Minute tauchte Golinar erneut vor Demmig auf, der den Einschlag aus vier Metern sensationell zu verhindern konnte. Der VfL antwortete wenig später mit einem kongenialen Pass von Karademir auf Sailer. Der Ausnahmekicker aus der Domstadt rannte auf eine mögliche Führung zu, wurde aber vom herauslaufenden Torwart nicht ganz regelkonform gestoppt. Auch Sailers zweiter Versuch vor dem Strafraum wurde vom kompromisslosen Gästekeeper mehr als nur unterbunden. Den folgenden Freistoß wurde in den Nevigeser Nachthimmel gejagt. Kurioserweise zeigte der Mann in Schwarz in dieser besagten 25. Minute gar keine Karte. Über einen Feldverweis hätten sich die Gäste nicht beschweren dürfen. Als das Diskutieren so langsam ihren Höhepunkt erreichte, machte einmal mehr Benjamin Sailer den Unterschied. Der Nevigeser Kicker ließ sich von dem aktuellen Spektakel nicht beirren und überforderte aus das Augenmaß des Gästekeepers. Sein verlangsamter Schlenzer schlug aus 40 Metern im linken Torwarteck halbhoch ein – 1:0 (32.). Bis zur Halbzeit hätten die Gastgeber sogar erhöhen können. Pascal Geiermann nahm sein Herz in die Hand und feuerte mit seinem Pferdefuß auf ein mögliches 2:0. Am Torpfosten vorbei knallte das Leder in die Nevigeser Fangnetzte (38.). Doch mit dem Halbzeitpfiff musste der VfL noch einmal ungewollt zittern. Eine völlig verunglückte Flanke der Gäste landete über Demmig hinweg nur an den Pfosten (40.).

Keine fünf Minuten waren in der zweiten Halbzeit gespielt, da musste Capitano Karademir wegen seiner Blessur ausgewechselt werden. Der VfL verkraftete die Umstellung erst mit der Zeit. Die Gäste erhöhten fortan die Schlagzahl und drängten auf den Ausgleich. Der VfL schnaufte gehörig und musste Chance über Chance über sich ergehen lassen. Zwischen den Pfosten bewies Carsten Demmig einmal mehr sein unnormales Können. In mehreren „Eins-gegen-Eins-Situationen ließ er seine Gegenspieler verzweifeln, ansonsten rauchte das Leder am Tor vorbei (45./47./50.). Eine kurze Ecke leitete dann doch den längst überfälligen Ausgleich ein. Während die Nevigeser in der Zuordnung sämtliches vermissen ließen, wurde ein Gästeakteur am Strafraum freigespielt, der in „Arjen-Robben-Manier“ in die Mitte zog und flach zum 1:1 einnetzte (52.). Auch in der Folgezeit standen die Hausherren vor ernsten Problemen und ließen sich gerade über die Außen vermehrt überrumpeln. Diese Periode überlebten die Nevigeser ohne Einschlag. Der VfL kam im zweiten Abschnitt selten bis gar nicht vor dem gegnerischen Gehäuse. Golinar wusste auch gekonnt, dass Nevigeser Herzstück aus dem Spiel zu nehmen. Manchmal stand Benjamin Sailer sogar in dreifacher Manndeckung gegenüber und wurde stets mit allen Mitteln gebremst. In der Schlussphase entschieden die Gäste durch einen Doppelschlag die Partie. Zunächst musste der VfL den Gast in den Strafraum gewähren lassen, keine 60 Sekunden später nutzten die Gäste den aktuellen Schockzustand zur Entscheidung – 1:2/1:3 (75./76.).

Fazit:
Auch wenn vieles neu war. Schlecht war man nicht besetzt, aber: Golinar entführte völlig zu Recht drei Punkte, weil der Gast alte und bekannte Tugenden zeigte. Diese Art Fußball zu spielen hat uns 2017 vor dem Abstieg bewahrt. Neues Spiel neues Glück.

Startaufstellung

Carsten Demmig, Daniel Gladbach, Serkan Karademir, Franz Krassa, Alexander Reuter, Benjamin Sailer, Andreas Schellenberg, Rafael Kubitza, Falk Wilton, David Meister, Pascal Geiermann

Auswechselungen

MinuteAusgewechseltEingewechselt
45'Serkan KarademirTimo Heinrichs
60'Pascal GeiermannCarsten Rose

Torschützen

MinuteSpielstandTorschütze
32'1:0Benjamin Sailer
52'1:1FC Golinar W'tal
75'1:2FC Golinar W'tal
76'1:3FC Golinar W'tal

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